Herzlich willkommen!

Ein ganz besonderer Gottesdienst

Heitere Betriebsamkeit herrschte am frühen Nachmittag des 07.06.2026 im Gemeindezentrum. Wo es sonst sonntäglich still ist, bereitete die Ukrainische baptistische Gemeinde ihren ersten Gottesdienst in unserem Kirchraum vor. Herr Pfarrer Liermann, Mitglieder unseres KV und Herr Dr. Kiefer waren als Gäste erschienen, um, auch im Namen der Klarenthalerinnen und Klarenthaler, die Gemeinde zu begrüßen, die von nun an ihren sonntäglichen Gottesdienst am Nachmittag im Kirchraum feiern wird.

Wir hatten ein kleines Musikstück mitgebracht und konnten im Verlauf des Gottesdienstes erfreut feststellen, dass Musik einen großen Stellenwert darin hat. Es wird viel gesungen, und es gibt es einen kleinen, aber feinen Chor, der den Gottesdienst begleitet.

Es würde zu weit führen, an dieser Stelle über Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten der Gemeinden zu referieren, nur soviel: es gibt keine Hierarchien in unserem Sinn, jedes Gemeindeglied kann den Gottesdienst mitgestalten, kann predigen, Anliegen vortragen und um Kommentare bitten. Der ukrainische Gemeindevorsitzende erläuterte uns die Struktur des Gottesdienstes, sodass wir, obwohl der Sprache nicht mächtig, dem Ablauf folgen konnten.

Wir waren auch sehr davon berührt, dass wir zum Abendmahl eingeladen wurden. Über alle Unterschiede oder sprachlichen Hürden hinweg wird gerade hier immer wieder die gemeinsame Basis spürbar, die uns als evangelische Christen verbindet.

Der Gottesdienst dauerte gut zwei Stunden, wobei auffiel, wie ruhig auch die Jugendlichen dem Gottesdienst folgten: kein Getuschel, „doofe“ Kommentare o.ä. Freilich gehört es auch zum Gottesdienst, dass man nicht an seinem Platz „klebt“, sondern sich z.B. am bereitstehenden Wasser bedienen oder auch „einfach mal so“ den Kirchraum verlassen kann.

Im Anschluss folgte dann das „Kaffeetrinken“, zu dem auch wir eingeladen waren – eine wirklich untertriebene Bezeichnung für all die leckeren süßen und pikanten Gaumenschmeichler, die da vorbereitet worden waren. Es gab gute Gespräche, auch auf „Hände und Füße“-Niveau. Mir persönlich hatte es die von unseren Gästen mitgebrachte Kaffeemaschine angetan, die einen schmackhaften Espresso oder Cappuccino produzieren konnte.

Was nehme ich mit von diesem Sonntag? Ernsthaft gelebter Glaube und Heiterkeit schließen sich nicht aus, auch wenn die Gegenwart es uns nicht immer leicht macht, dieses Vorbild anzustreben. Und Sprachbarrieren sind dazu da, um mit Kreativität überwunden zu werden.

Eva-Maria Schröder