„Miteinander - füreinander“

Sehr gelungenes ökumenisches Gemeindefest in Klarenthal

War das seit einigen Jahren, jährlich im Rahmen der Klarenthaler Kulturtage, gefeierte ökumenische Fest der katholischen und evangelischen Gemeinde in Klarenthal überwiegend von Senioren - den „normalen Kirchgängern“ -  besucht, so bot sich dieses Jahr am 20. September ein völlig anderes Bild. Unsere Senioren waren wieder alle da, aber dazu wuselten zahlreiche Kinder umher, begleitet von jungen Elternpaaren, ein in beiden Kirchen ungewohntes Bild.

Was war geschehen? Pfarrer Liermann von der evangelischen Gemeinde hatte es geschafft, die Leitungen beider kirchlichen Kitas – von St. Klara und der evangelischen Kita – für dieses ökumenische Fest zu begeistern und zu einem gemeinsamen Mitwirken – dem ersten in der Klarenthaler Geschichte – zu bewegen. Und so kamen zu den ca. 100 „Stammgästen“ noch 30 Kinder mit ihren Eltern, so dass der Gottesdienstraum im evangelischen Gemeindezentrum mit dem letzten verfügbaren Stuhl bestückt wurde und diese noch nicht einmal ausreichten.

Die Wetter-App hatte für 11:00 Uhr Regen vorausgesagt (der dann aber erst um 14:00 Uhr kam), so dass drinnen gefeiert wurde.

Zum Familiengottesdienst begrüßten Gemeindereferentin Ute Trimpert und die Leitungen der beiden Kitas, Pfarrer Liermann führte in die Liturgie ein. Der Gottesdienst stand unter dem Motto: „Miteinander – füreinander“. Musikalisch wurde er vom Posaunenchor Brass and More unter der Leitung von Kantorin Petra Mohr gestaltet. Brausenden Beifall erntete der Chor der baptistischen ukrainischen Gruppe, die regelmäßig ihre Gottesdienste im Zentrum hält, vor allem für das erste auf Deutsch gesungene Lied. Und auch die Kinder beider Kitas sangen gemeinsam das Lied „Gottes Liebe ist so wunderbar“. Die Kollekte im Gottesdienst war für die Arbeit der Wiesbadener Tafel bestimmt und erbrachte über 500 Euro.

Nach dem Gottesdienst hatte das Team von St. Klara ein leckeres Mittagessen vorbereitet und ab 13:00 Uhr lockte - dank zahlreicher Kuchenspenden - ein stattliches Kuchenbuffet; für die Getränke sorgte arbeitsteilig die evangelische Gemeinde.

Die Erzieherinnen beider Kitas hatten für die kleinen Gäste ein tolles Programm vorbereitet. Eine lange Schlange bildete sich vor der Kinder-Schmink-Station. An einem anderen Tisch konnten aus Erbsen und Zahnstochern fantasievolle Figuren gesteckt werden, gegenüber purzelten die Dosen unter den wohlgezielten Würfen der Kinder. Und auch der Bewegungsparcours wurde gut angenommen. Besonders schön fanden es die Organisatoren, dass auch viele Eltern muslimischen Glaubens nach dem Gottesdienst den Weg zum Fest gefunden hatten.

Für Geschichtsinteressierte hatten Werner Feix und sein Enkel Titus das Klarissenkloster Klarenthal aus Tausenden von Legosteinen im Maßstab 1:100 nachgebaut und präsentierten das Modell nun erstmalig auf der Bühne des Zentrums. Stündlich konnten interessierte Klarenthaler einen von Werner Feix angeleiteten „Spaziergang“ durch die Gebäude des Klosters, von dem nur noch wenige Reste erhalten sind, unternehmen.

Die Organisatoren des Festes bedanken sich bei den zahlreichen Helferinnen und Helfern und wünschen sich für nächstes Jahr wieder so eine tolle Beteiligung.

Dr. Wolfgang Rollig